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Heiligen-Geist-Gemeinde Rostock

1. Geschichtlicher Überblick über die Kirchen in Rostock seit dem 13. Jahrhundert

In Rostock existierten seit dem 13. Jahrhundert vier Stadtgemeinden mit ihren großen Pfarrkirchen. Es sind bzw. waren diese:

Die Jakobikirche, eine alte Domkirche mit ihrem von zwei Galerien durchbrochenen stattlichen Turm. Sie wurde ein Opfer des letzten Krieges. Die große Kreuzkirche zu St. Marien mit der gewaltigen, ursprünglich für zwei Spitztürme bestimmten Westfront und den schönen, dem Mittelschiff an Höhe gleichkommenden Querschiffen. Drittens die St. Petrikirche, hochaufragend auf der Uferhöhe an der Warnow. Leider ist ihr hoher und schlanker Turmhelm, der weit über Land und Meer sichtbar war, ein Opfer des letzten Krieges geworden. Es ist die Kirche des Reformators Slüter, dessen Denkmal in der Nähe der Stadtmauer gelegen ist. Als vierte Kirche ist die Nikolaikirche zu nennen. Sie hat schwere Schäden im Krieg erlitten. Zum Teil ist sie bereits wieder aufgebaut. Bei dieser Kirche wurde der Versuch unternommen, kirchliche Ämter und Wohnungen im Turm und dem Kirchendach unterzubringen. Die Nikolaikirche ist eine dreischiffige Hallenkirche. Das Kircheninnere ist noch nicht wiederhergestellt.

Die übrigen Kirchen der Stadt, aus alter Zeit, haben verschiedene Schicksale gehabt. Die alte Gertrudenkapelle im Kirchspiel St. Jakobi vor dem Kröpeliner Tor ist schon am Ende des 16. Jahrhunderts abgebrochen worden. Die Kirche des Hospitals zum St. Georg vor dem Steintor wurde von Galasschen Reitern im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt und der kleinen Gemeinde sodann die am Johannisplatz gelegene Kirche des säkularisierten Dominikanerklosters zu St. Johannis überwiesen, die im Anfang des vorigen Jahrhunderts abgerissen wurde. Um dieselbe Zeit - wir schreiben das Jahr 1818 - brach man die am Hopfenmarkt/Heiligen Geisthof gelegene fünfschiffige Kirche des Hospitals zum Heiligen Geist ab und verwandte das Grundstück zu weltlichen Bauten.

Die Kirche des säkularisierten Franziskanerklosters zu St. Katharinen wurde 1677 durch den Stadtbrand mit zerstört, später zum Teil wiederaufgebaut, aber auch dieser Teil wurde im vorigen Jahrhundert wieder abgetragen. Heute dient der stehengebliebene Teil als Altersheim. Das alte Fraterhaus der Brüder vom gemeinsamen Leben, welches die dem Heiligen Michael geweihte Kirche mit umfaßte, wurde durch den Krieg stark zerstört. Die Kirche ist wieder aufgebaut; das Fraterhaus dient heute der Universität als Sporthalle.

Die alte Klosterkirche zum Heiligen Kreuz mit ihren Dachreitern auf dem Dachfirst und das von der Königin Margarete von Dänemark gestiftete Kloster der Zisterzienser-Nonnen sind im Sturm der Zeiten erhalten geblieben. Das Kloster wurde eingehend renoviert und dient heute als Stadtmuseum. Die Kirche ist Universitätskirche und dient außerdem der Jakobi-Gemeinde als Gotteshaus.



2. Die Geschichte der Entstehung der Heiligen-Geist-Kirche

Die Bevölkerung der Stadt Rostock stieg von 30 980 Einwohner im Jahre 1871 bis zur Volkszählung im Jahre 1905 auf 60 790 Einwohner. Die zahlreichen Häuser- und Straßenbauten im Süden und hauptsächlich im Westen der Stadt - der Flußrichtung folgend - hatten bewirkt, daß etwa 1895 die Jakobi-Gemeinde fast drei Fünftel der gesamten Einwohnerschaft umfaßt. Die beiden Geistlichen dieser Kirche waren nicht imstande, eine Gemeinde von über 20 000 Seelen angemessen kirchlich zu versorgen.

Nach längeren Verhandlungen wurde beschlossen, die Stelle eines dritten Geistlichen zu bestätigen. Die Wahl, der Gemeinde fiel auf den Pastor Robert Pries. Er übernahm das Amt des 2. Diakonus an St. Jakobi mit der Verpflichtung, bei einer künftigen Errichtung einer neuen Gemeinde an diese als Prediger überzutreten.

Im Jahre 1897 kam es zu der Anregung, die Jakobi-Gemeinde zu teilen. In den Verhandlungen wurde deutlich, daß die Teilung der übergroßen St.-Jakobi-Gemeinde nicht ausreichen würde, sondern daß eine Revision der Grenzen der übrigen drei Stadtgemeinden erfolgen müsse. Nach Verschiebung der Grenzen dieser Stadtgemeinden und einer Verkleinerung der St.-Jakobi-Gemeinde sollte die Teilung der letzteren in zwei Gemeinden erfolgen. Es machten sich Zweifel geltend über das Bestehen einer rechtlichen Verpflichtung der Stadt zur Schaffung einer neuen Kirchengemeinde und einer neuen Pfarrstelle ausschließlich auf städtische Kosten.

Über alle diese Angelegenheiten sind von den Behörden und dem Oberkirchenrat eingehende Verhandlungen geführt worden. Die Veränderung der uralten Grenzen der Stadtgemeinden machte besondere Schwierigkeiten, da altgewohnte kirchliche Beziehungen aufgegeben und neue angeknüpft werden mußten.

Die Stadt Rostock entschloß sich, unter Verwendung eines Teils des Vermögens der abgebrochenen St.-Johannis-Kirche den Bau eines neuen Gotteshauses durchzuführen.

Es wurde festgelegt:

1. Die neuen Grenzen der vier alten Stadtgemeinden gelten ab 1.Juli 1905. Von der St. -Jakobi-Gemeinde wird eine neue Kirchengemeinde mit etwa 12 000 Seelen abgezweigt.

2. Die neue Gemeinde soll den Namen "Heiligen-Geist-Gemeinde" tragen, schon mit Rücksicht darauf, daß viele der ihr zugelegten neuen Straßen auf dem alten "Heiligen Geistfeld" liegen. Sie erhält zwei Prediger, daneben Küster, Organist und Kantor. Die Stadt dotiert diese sämtlichen neuen Stellen und gewährleistet neben dem festgelegten Bargehalte den Predigern eine bestimmte Summe aus Akzidenzien. Der zweite Diakonus der St.-Jakobi-Kirche, Herr Pastor Pries, wird Hauptpastor an der Heiligen-Geist-Kirche, da der an erster Stelle berufene erste Diakonus, Herr Pastor Heydenreich, die Berufung abgelehnt hatte. Der zweite Prediger wird sogleich von der Gemeinde gewählt. Letzteres geschah am 16. Juli 1905. Die Wahl fiel auf Herrn Pastor Johannes Lemcke zu Dabel. Zum Küster wurde Herr Küntzel gewählt. Bis zum Bau einer eigenen Kirche wurde der neuen Gemeinde die St.-Jakobi-Kirche zur Verfügung gestellt. Der Oberkirchenrat bestimmte das Reglement für die Gottesdienste an dieser Kirche.

3. Der Rat erhält das Patronat an der neuen Heiligen-Geist-Kirche. Er bestimmt diejenige städtische Behörde, welche die Patronatsrechte der Stadt ausüben soll (als solche wird die Kämmerei genannt), ernennt die Kirchenvorsteher und hat dieser Kirche gegenüber völlig die gleichen Rechte und Pflichten, wie gegenüber den anderen Stadtkirchen. Die Geistlichen und Mitarbeiter werden nach denselben Grundsätzen wie bei den übrigen Kirchen gewählt und eingeführt. Die Prediger der neuen Kirche treten in das Rostocker Geistliche Ministerium als voll berechtigte Mitglieder ein. Die Verwaltung des Kirchenvermögens geschieht durch die Vorsteher in gleicher Weise und unter der gleichen Aufsicht wie bei den übrigen Kirchen.

4. Als Bauplatz für die Kirche und das Wohnhaus des ersten Predigers nebst Küsterhaus gibt die Stadt den zwischen der Niklot- und Kirchenstraße gelegenen Teil des von Kleinschen Gartens her, nachdem das Gelände noch durch weitere Landankäufe vergrößert worden ist.

Im Jahre 1906 entschloß sich die Stadt, auch für den 2. Prediger in der Kirchenstraße ein Wohnhaus zu erbauen.

Es war in Rostock im Jahre 1894 ein Kirchenbau-Verein gebildet worden, dessen Satzungen am 22. Oktober 1894 vom Rat bestätigt wurde. Der Verein führte verschiedene Veranstaltungen durch" um zum Kirchenbau Mittel beizusteuern. 25 000,- M hat er zum Ausbau der Heiligen-Geist-Kirche dem Rat der Stadt überwiesen.

Die Grundlage für den Bau der Kirche und des Prediger- und Küsterhauses war geschaffen, so daß man zur Ausführung schreiten konnte. Zwei Bauprojekte lagen vor, die jedoch keine allseitige Zustimmung fanden.

Es wurde ein Komitee gebildet, das eine Besichtigungsfahrt nach Berlin durchführte. Dabei fand der Baustil und die Einrichtung der Trinitatis-Kirche zu Charlottenburg die Zustimmung des Komitees. Der Erbauer dieser Kirche, Herr Professor Vollmer, Berlin, wurde auf Beschluß mit dem Entwurf der Kirche beauftragt. Nach Genehmigung des Entwurfes durch die Obrigkeit wurde der Auftrag zur Bauausführung am 12. Januar 1905 erteilt.

3. Der Bau der Kirche

Nachdem das Bauprojekt fertiggestellt und genehmigt war, erfolgte im August 1905 der erste Spatenstich. Die Bauarbeiten gingen zügig voran. Am 23. November 1906 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Im Herbst 1907 bezog Pastor Pries das fertiggestellte erste Pfarrhaus, etrwas später der Küster das Küsterhaus. Im April 1908 war die Kirche und das zweite Pfarrhaus vollendet.

Die Leitung des Baues lag in Händen des Professors J. Vollmer, der bauführende Architekt war Herr Albert Feldwisch-Drentrup.

Die Kosten für den Bau der Kirche betrugen rund 360000,- M, des ersten Pfarr- und Küsterhauses 50 000,- M und des zweiten Pfarrhauses 29 000,- H. Das Pfarr- und Küsterhaus sind zu einem Gebäude zwischen der Niklot- und Kirchenstraße vereinigt.

Die Kirche ist in der Form des norddeutschen Backsteinbaues und im Stil der Neogotik erbaut. Den Grundriß bildet das lateinische Kreuz. Die Kirche mußte eine Bodenerhebung vom Margaretenplatz zur Ottostraße hin von etwa 3,0 m überwinden. Zur Lösung dieses Problems wurde eine Freitreppe mit einem offenen überdachten Vorbau vorgesehen. In der Kirche befindet sich eine weitere Treppe in einer Vorhalle. Rechts und links von dieser Vorhalle gehen kleinere Räume ab. Der Vorbau ist mit einem schmiedeeisernen Tor abgeschlossen. Der Sockel der Kirche und die Treppen sind aus schwedischetti Granit gearbeitet. Im Innern der Kirche befinden sich links und rechts Emporen, hier sind je fünf Bankreihen aufgestellt. Die Emporen werden von je zwei Granitsäulen getragen. In den Seitenschiffen befinden sich je sieben Bankreihen und im Hauptschiff 16 Doppelreihen von Bänken. Die Bänke sind aus schwach-bräunlich gebeiztem Kiefernholz gefertigt. Die Orgelempore im Westteil der Kirche wird von zwei polierten Granitsäulen getragen. Der Altarraum erhebt sich um etwa 50 cm über dem Kirchenfußboden. Rechts und links vom Altar sind Nischen eingearbeitet, die die Kanzel und das Taufbecken aufnehmen.

An beiden Seiten der Kirche sind Eingänge vorgesehen, die für die Aufgänge nach den Emporen und auch in die Kirche verwendet werden. Die Aufgänge sind in Treppentürmen untergebracht. Zu beiden Seiten des Altars befinden sich die Gemeinderäume, die vom Altarraum aus und auch von außen betreten werden können.

Die Kirche hat einen etwa 70 Meter hohen Turm. Der Schaft ist aus Ziegeln gemauert und mit Schallöchern versehen. Der Turm nimmt die Glocken und die Turmuhr mit dem Uhrwerk auf. Den Abschluß bildet die Turmspitze, die 1963 wieder mit Kupfer eingedeckt wurde. Die Kupferbedachung war während des Krieges entfernt und für andere Zwecke verwendet worden. Vier kleine Türmchen zieren die Ecken des Turmes.

Der Altarraum

Der erste Altartisch war in Stein gearbeitet. Der Altaraufsatz, der das Altarbild von dem Kunstmaler P. Wallet umschloß, war in Eichenholz ausgeführt. Der Altarraum wurde mehrere Male umgebaut bzw. ergänzt. Nach dem ersten Weltkrieg wurden zu beiden Seiten Gedenktafeln für die Gefallenen aufgestellt. In den fünfziger Jahren kam es zu einer größeren Veränderung. Das Altarfenster wurde zugemauert. Der alte Altaraufsatz wurde entfernt, an seine Stelle trat ein neuer Aufsatz mit einer gemauerten Umkleidung. Dahinter ragte ein großes Kreuz auf.

Im Jahre 1980 folgte eine weitere Veränderung der Kirche. Das große Kreuz und der gesamte Altaraufbau wurden beseitigt. Das zugemauerte Altarfenster wurde wieder freigelegt. Die Tür zur Sakristei wurde zugesetzt. Der Kunstschmied Voß fertigte einen schmiedeeisernen transportablen Altartisch, ein Lesepult, ein Standkreuz, drei Standleuchter und zwei Tischleuchter an.

Eine alte Triumphkreuzgruppe aus der 1818 abgebrochenen Heiligen-Geist-Kirche am Hopfenmarkt wurde über dem Altarraum auf einem holzumkleideten Eisenträger aufgerichtet. Sie hatte in der Zwischenzeit im Museum Platz gefunden.

Der neue Linoleumfußboden ist eine Stiftung der Domgemeinde zu Lübeck.

Die Kanzel

Der Kanzelfuß ist aus poliertem schwedischem Granit gefertigt. Die Kanzel selbst ist aus Eichenholz in Form eines Achtecks gefügt. In einzelne Flächen des Achtecks sind jeweils sechs Zierornamente eingearbeitet.

Der Schalldeckel wurde ebenfalls als Achteck in Eichenholz gearbeitet. Er ist an einer Stahlkonstruktion aufgehängt.

Der Taufstein

Der Taufstein ist aus poliertem schwedischem Granit gefertigt und vom Maurermeister Carl Heinig gestiftet. Die Inschrift lautet: Dem Andenken seines lieben Vaters Carl Heinig in dankbarer Liebe gewidmet von seinem Sohne Hans, 1908.

Die Orgel, 1908 vom Hoforgelbaumeister Friedrich Walcker gebaut, besitzt 50 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, dazu Schweller, Walze, sechs Koppeln, drei Superoctavkoppeln und eine freie Kombination.

Kegelladen und Röhrenpneumatik kennzeichnen den damaligen technischen Standard. Als größte Walcker-Orgel Mecklenburgs ist das Instrument ein bedeutendes Dokument damaligen Orgelbaus und hervorragend geeignet zur Wiedergabe französischer und deutscher Orgelromantik.

In den Jahren 1970 bis 1976 fanden verschiedene Umbauten und Reparaturen statt. Nach einer aufwendigen Restaurierung erklingt die Orgel seit 2001 wieder in ihrem ursprünglichen spätromantischen Charakter.

Die Kirchenfenster

Die Kirchenfenster wurden von den Glasermeistern Martin Schoof, Wilhelm Jahncke und Hermann Knubbert eingesetzt. Die farbigen Fenster wurden möglichst hell gehalten.

Um den Zugwind zu vermeiden und eine bessere Wärmedämmung zu erzielen, wurde die Innenseite doppelt verglast. Während des Krieges wurden die Kirchenfenster zerstört. 1958 gestaltete Lothar Mannewitz in Zusammenarbeit mit der Firma Lehmann, Berlin, die Kirchenfenster neu.

Wie schon erwähnt, war das Altarfenster im Zuge der Veränderung des Altarraumes in den fünfziger Jahren zugemauert worden.

Im Jahre 1980 wurde das Altarfenster wieder freigelegt und neu verglast. Leider war die Verglasung zu hell ausgefallen, so daß die Besucher bei Sonnenschein stark geblendet wurden. Im Jahre 1987 wurden dann diese Glasscheiben gegen dunklere ausgewechselt, so daß die Blendwirkung nun ausgeschaltet ist. Der Entwurf des jetzigen Altartensters stammt von Lothar Mannewitz. Der Ausführende war wieder die Firma Lehmann, Berlin.

Entwurfzeichnung

Die Beleuchtung

Zwei große schmiedeeiserne Kronleuchter hängen im Hauptschiff und je zwei kleinere schmiedeeiserne Kronleuchter auf der Orgelempore und auf den Seitenemporen.

Das Schiffsmodell

ist eine Nachbildung der in Rostock beheimatet gewesenen stählernen Bark „Henny Clement“, die 1899 auf einer Reise von Hamburg nach Kiautschau mit ihrer aus 21 Seeleuten bestehenden Besatzung verschollen ist. Das Modell wurde nach Plänen der schottischen Bauwerft, der Grangemouth Dockyard Company, von Wolfgang Steusloff aus Warnemünde in mehr als 1000 Arbeitsstunden im Maßstab 1 : 48 angefertigt und mit Beteiligung der Familie Albrand zur Erinnerung an die mit diesem Schiff verschollene Besatzung und zur Zierde der Kirche am Reformationstag 2010 der Heiligen-Geist-Kirche geschenkt. Zuvor hing bereits ein Modell der „Henny Clement“ in der Kirche, geschenkt zur Kirchenweihe 1908 von Kapitän Hans Albrand zum Andenken an seinen mit diesem Schiff verschollenen Bruder Kapitän Wilhelm Albrand. Es wurde nach schwerer Beschädigung aufgrund zu hoher Reparaturkosten 1969 aufgegeben.

 Die Glocken

Die Heiligen-Geist-Kirche hat drei große Gußstahlglocken vom Geh. Kommerzienrat Baare aus Bochum als Geschenk erhalten. Hierzu wurde noch der Glockenstuhl und die elektrische Läutemaschine hinzugefügt. Die drei Glocken tragen den Namen des Stifters.

Die größte Glocke hat einen Durchmesser von 1 882 mm und ein Gewicht von 3 350 kg

Die Inschrift lautet:

Komm, heil'ger Geist, kehr' bei uns ein!

Die mittlere Glocke hat einen Durchmesser von 1 575 mm und ein Gewicht von 1 990 kg

Die Inschrift lautet:

Holder Friede, Süße Eintracht, Weilet, weilet Freundlich über dieser Stadt!

Die kleine Glocke hat einen Durchmesser von 1 387 mm und ein Gewicht von 1 430 kg

Die Inschrift lautet:

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Die Turmuhr

Die Turmuhr hat ein in Kupfer getriebenes vergoldetes Zifferblatt. Früher ließ die Uhr auf mechanischem Wege dreimal täglich - um 7.00 Uhr, um 11.00 Uhr und um 17.00 Uhr - die Betglocke ertönen. Dieser Teil der Uhr ist seit einigen Jahren außer Betrieb.

Zur Geschichte des Geläutes:Die 1908 fertig gestellte Kirche erhielt 1907 das noch heute bestehende BVG-Gußstahlgeläute.

Glocke I II III

Gußjahr 1907

Gießer Bochumer Verein

Material Gußstahl

Guß-Nr. 430 449 459

Gewicht* 3350 kg 1990 kg 1430 kg

Durchmesser 1876 mm 1575 mm 1380 mm

Schlagringstärke 105 mm 90 mm 78 mm

Schlagton b° – 1 des1 + 7 fes1 + 7

Unterton c° – 6 d° + 11+ f° + 13

Prime a° – 1 (-) des1 – 3 fes1 – 1

Terz des1 – 9 fes1 – 0,5 g1 + 2,5

Quinte as1 – 9 b1 + 7 des2 + 3

Oktave b1 – 1 des2 + 7 fes2 + 7

Duodezime f2 + 7 as2 + 15 ces3 + 11,5

Nachklang ~55/34/15 sec. ~35/25/7 sec. ~62/15 sec.

Stundenschlagwerk in gemeinsamen Gestell; daneben in eigenem Werkgestell das Betglockenwerk. 8 Tage Gehdauer.

Mit Errichtung der beiden neuen Holzglockenstühle wurden die beiden Schlagwerke sowie das Betglockenwerk stillgelegt. Lediglich das Gehwerk ist noch in Betrieb. An der Westseite des Turmes das originale, sehr schöne, in historisierenden Formen gestaltete Zifferblatt mit reich strukturierten Zeigern.